Quelle: Deutsche Energie-Agentur

Die Energiebedarfskennwerte des Bedarfsausweises lassen sich nicht direkt mit den Energieverbrauchskennwerten des Verbrauchsausweises vergleichen. Untersuchungen zufolge liegt der Endenergiekennwert eines Verbrauchsausweises um durchschnittlich rund 25 Prozent unter dem eines Bedarfsausweises – für ein und dasselbe Haus! Bei einem Vergleich unterschiedlicher Ausweistypen sollte man diesen Unterschied unbedingt berücksichtigen und das Gebäude mit einem Verbrauchsausweis eher eine Klasse schlechter, das Gebäude mit Bedarfsausweis eher eine Klasse besser einordnen. Beim Verbrauchsausweis muss außerdem beachtet werden, ob der Kennwert den Energieverbrauch für die Warmwasserbereitung enthält. Falls nicht, ist der Wert um eine Pauschale von 20 kWh/(m2a) zu erhöhen.

 

                                          Quelle: Verbraucherschutzzentrale Sachsen

Vor- & Nachteile

Bedarfs- oder Verbrauchsausweis

Unterschiede bei der Bewertung der energetischen Qualität von Gebäuden ergeben sich auch durch die verschiedenen Berechnungsverfahren, die den beiden Ausweisarten zu Grunde liegen.

  • Beim Bedarfsausweis werden die Energiebedarfskennwerte rechnerisch auf der Grundlage von Baujahr, Bauunterlagen, technischen Gebäude- und Heizungsdaten und unter Annahme von standardisierten Randbedingungen (Klimadaten, Nutzerverhalten, Raumtemperatur) bestimmt.

    Vorteil: Die berechneten Kennwerte sind unabhängig vom individuellen Heiz- und Wohnverhalten der Bewohner.

    Nachteil: Die Genauigkeit und damit die Aussagekraft des Ausweises hängen stark vom Aufwand und von der Exaktheit der Datenaufnahme sowie von der Erfahrung des Ausstellers ab. Günstige Angebote können zu Lasten der Genauigkeit gehen.

 

  • Beim Verbrauchsausweis werden die Energieverbrauchskennwerte auf der Grundlage von Heizkostenabrechnungen oder anderen geeigneten Verbrauchsdatenmessungen des gesamten Gebäudes ermittelt. Die gemessenen Energieverbräuche, die über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens drei Jahren vorliegen müssen, werden anschließend über so genannte Klimafaktoren auf einen deutschlandweiten Mittelwert umgerechnet, so dass zum Beispiel besonders harte Winter nicht zu einer schlechteren Bewertung des Gebäudes führen.

    Vorteil: Die Datenerhebung ist in der Regel wesentlich einfacher und weniger fehleranfällig.

    Nachteil: Die Kennwerte sind abhängig vom individuellen Heizverhalten der Bewohner des Gebäudes. Leerstände im Gebäude oder die Gesamtnutzfläche werden mitunter nicht richtig erfasst, was die Ergebnisse verfälscht.

                                                   Quelle: Verbraucherzentrale Saschsen